Wenn Kinder nicht schlafen können

Wenn Kinder nicht schlafen können

Erstellt am 2. Dezember 2002, zuletzt geändert am 19. Februar 2010
Paul Suer

“In meinem Zimmer ist eine Mücke!” – “Kommt das Meerschweinchen in den Himmel, wenn es tot ist?” – “Unter meinem Bett liegt ein Löwe!” – “Die Heizung gluckert immer so komisch!”
Sätze wie diese kennen alle Eltern, wenn ihre Kinder am Abend nicht zur Ruhe kommen. Dabei sind sie ausgesprochen einfallsreich, wenn es darum geht, den Tag um ein paar Minuten zu verlängern. Doch was steckt dahinter, wenn unsere Kleinen zum sechsten oder siebten Mal im Wohnzimmer auftauchen und tränenreich verkünden, dass sie nicht einschlafen können?
Sicherlich nicht, dass sie den Eltern nach einem anstrengenden Arbeitstag den Feierabend nicht gönnen. Bestimmt auch nicht, um auszuprobieren, was die Eltern aushalten können. Wenn den Kindern die Müdigkeit förmlich aus den Augen schaut und sie dennoch nicht einschlafen können, sind wir als Eltern gefragt. Denn die Gründe dafür sind vielfältig und oftmals wissen die Kleinen gar nicht, was sie vom erholsamen Schlaf abhält.
Manchmal haben sie ganz konkrete Ängste und Sorgen, die sie vom Schlaf abhalten. Andere Kinder fürchten sie sich vor der Dunkelheit, vor phantasierten oder tatsächlichen Gefahren oder sie haben bedrückende Erlebnisse des Tages noch nicht verarbeiten können.
Und die Kehrseite der Medaille ist ja wohl die: Kinder, die mit sich und ihrer Welt im Einklang stehen, können alltägliche Belastungen im Allgemeinen ganz gut wegstecken. Solche Kinder schlafen meistens gut ein und werden erst wieder wach, wenn sie ausgeruht sind.
Im Gegensatz zu den Schlafstörungen bei Erwachsenen kommt bei den Kindern aber noch etwas anderes hinzu. Denn viele Schlafstörungen im Kindesalter sind entwicklungsbedingt. Insofern verlieren sich nach einer gewissen Zeit sozusagen von selbst.
Das mag ein schwacher Trost für junge Eltern sein, die am Rande der Verzweiflung stehen und sich in schweren Zeiten wünschen mögen, nie ein Kind in die Welt gesetzt zu haben. Doch zum Glück ist das nächtliche Grauen, das so manche Beziehung an die Grenze ihrer Belastbarkeit treibt, nicht von Dauer. Und ehe wir uns versehen, werden über Nacht aus den kleinen Quälgeistern genügsame und liebenswerte Geschöpfe, die wunderbar durchschlafen und ihre Eltern glücklich machen. Doch bis es soweit ist, haben viele junge Familien Selbstzweifel und vor allem: eine Menge Fragen.

Wieviel Schlaf braucht ein Kind eigentlich?

Kinder brauchen unterschiedlich viel Schlaf. Vor allen Dingen ändert sich ihr Schlafbedürfnis im Laufe ihrer Entwicklung erheblich. Es gibt aber einige Erfahrungswerte, die für fast alle Kinder zutreffen.
Neugeborene benötigen in den ersten Wochen etwa 16 bis 18 Stunden Schlaf. Sie
schlafen fast rund um die Uhr und erwachen nur zum Füttern, Wickeln und Baden. Erst allmählich lernen sie zwischen Tag und Nacht zu unterscheiden. Wie sollten sie es auch den Unterschied kennen, wo es doch im Mutterleib immer schön dunkel und warm war?
Nach etwa einem halben Jahr, beginnen sie den Unterschied zu begreifen. Erst jetzt können viele gestressten Eltern langsam aufatmen. Wenn alles gut verläuft, schlafen die Kinder nun regelmäßig nachts und vor allem mehr als acht Stunden an einem Stück durch.
Im Alter von zwei Jahren benötigen die meisten Kinder nur noch etwa 13 Stunden Schlaf. Im Allgemeinen schlafen sie nachts durch und brauchen nur noch einen zwei- bis dreistündigen Mittagsschlaf.
4 – bis 6-jährige Kinder schlafen mittags kaum noch und kommen mit 11 bis 12 Stunden Schlaf aus. Kinder im Grundschulalter brauchen im Allgemeinen nicht mehr als 10 Stunden Schlaf.
Bei besonders “aufgeweckten” Kindern hat man beobachtet, dass sie überdurchschnittlich wenig Schlaf benötigen. Ob intelligente Kinder wenig Schlaf brauchen oder ob sie dadurch schlau geworden sind, weil sie öfters wach sind, hat noch niemand herausgefunden. Das heißt natürlich nicht, dass jedes Kind, das nur wenig Schlaf benötigt, gleich ein Genie ist.
Auch ist der Schlafrhythmus der Kinder sehr verschieden. So gibt es ausgesprochene Nachteulen die erst in der tiefsten Nacht zur Ruhe kommen, während andere Kinder früh müde werden, am Morgen aber wie eine Feder aus dem Bett springen.
Was sind denn nun Schlafstörungen?
Als Eltern sind wir manchmal geneigt, von Schlafstörungen zu sprechen, wenn wir uns von unseren Kindern in unserem eigenen Schlaf gestört fühlen. So einfach ist das natürlich nicht.
Tatsächlich sollten wir zwischen drei Formen von kindlichen Schlafstörungen unterscheiden:
    •    Einschlafstörungen
    •    Durchschlafstörungen
    •    Aufwachstörungen
Die Einschlafstörungen lassen sich in Zubettgehprobleme und verzögertes Einschlafen unterteilen.

Zubettgehprobleme:Wenn das Kind nicht ins Bett will

Kinder, die unter Zubettgehproblemen leiden, können oder wollen den Tag einfach nicht beenden. Mit phantasievollen Kapriolen dehnen sie den Tag immer weiter aus und werden zunehmend gereizter, weinerlicher oder gar aggressiver. Sobald sie dann endlich im Bett liegen, schlafen sie meistens problemlos ein und schlafen die Nacht durch. Am nächsten Morgen sind sie dann gut ausgeruht und wieder umgänglich.
Als Eltern müssen wir aufpassen, dass wir uns von Kindern mit Zubettgehproblemen nicht in end- und fruchtlose Machtkämpfe verwickeln lassen, unter denen beide Seiten leiden. Manchmal ist ein klares Schlusswort ohne “Wenn und Aber” hilfreicher als unendliche Überzeugungskünste.
Auf der anderen Seite sind die Eltern keineswegs zu weichherzig, wenn sie eine großzügige, aber zeitlich genau festgelegte Verlängerung des Abends erlauben, die dann endet, wenn z.B. “der große Zeiger der Uhr auf der 6 steht!” Entscheidend ist es, dass Sie Ihren eigenen Stil finden. Die Eltern wissen am besten, wie ihre Kinder zur Ruhe kommen.
Manchmal ist es hilfreich, den Kindern, sofern sie am nächsten Morgen nicht früh aufstehen müssen, den richtigen Zeitpunkt zum Einschlafen selbst bestimmen zu lassen. Hierzu eignet sich eine sogenannte paradoxe Intervention, die etwa so lauten könnte: “Morgen ist Sonntag, und da kannst du so lange schlafen, wie du möchtest. Und deshalb solltest du heute abend versuchen, solange wie es geht, wach zu bleiben. Allerdings möchte ich dich bitten, in deinem Zimmer zu bleiben und dich mit deinen Spielsachen zu beschäftigen.”
Kinder haben ein hohes Bedürfnis nach Autonomie, das wir uns zunutze machen sollten. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass viele Kinder solche paradoxen Aufträge mit Begeisterung aufgreifen und meistens sehr rasch von selber zu Bett gehen. Dadurch erledigen sich unnötige Machtkämpfe fast von alleine.

Was tun bei verzögertem Einschlafen?


Das verzögerte Einschlafen ist eine Schlafstörung, die dadurch gekennzeichnet ist, dass die Kinder zwar problemlos zu Bett gehen, sich aber in der Dunkelheit ihres Bettes fürchten, wobei Ereignisse und Konflikte des Alltages eine bedeutsame Rolle spielen.
Bis zum Schulalter tritt diese Form der Schlafstörung verhältnismäßig selten auf. Zugleich ist sie bei Kindern ab etwa sechs Jahren die häufigste Form der Schlafstörung. Besonders in fremder Umgebung und bei ungelösten Alltagssorgen wälzen sich die Kinder unruhig um Bett und phantasieren schreckliche Geschichten zusammen. Manchmal glauben sie im Schatten an der Wand Hexen oder böse Geister zu erkennen. Oder das Gluckern in der Heizung wird zum Grummeln eines Ungeheuers und der leise Wind an der Fensterscheibe gleicht einem gefährlichen Wirbelsturm.
In einer solchen Situation kann die Angst übermächtig werden. Deshalb ist es wichtig, dass die Kinder mit ihrer Schlafumgebung vertraut sind, ein kleines Licht anhaben dürfen oder die Tür zum Kinderzimmer angelehnt sein darf. Ein Stofftier, eine Puppe oder was ihnen immer lieb ist, sollte sie im Schlaf begleiten und ihnen die Sicherheit geben, dass alles in Ordnung ist.
Als Eltern nehmen wir die Ängste unserer Kinder nicht immer ausreichend ernst. Es mag mitunter so aussehen, aber: Kinder mit Einschlafstörungen wollen ihre Eltern nicht ärgern oder gar täuschen. Ihre Angst ist real und unmittelbar. Deshalb sollten wir sie auf keinen Fall mit harten Worten zum Schlaf zwingen wollen. Denn der Schlaf ist ein spontanes und mit dem Willen nicht steuerbares Verhalten.
Durch Angst vor Bestrafung wird der Schlaf nicht nur erschwert, sondern unmöglich gemacht. Biologisch gesehen werden im Zustand der Angst Hormone freigesetzt, die Energien für eine mögliche Flucht aktivieren. Dadurch werden Kinder und natürlich auch Erwachsene hellwach.
Nur wenn Kinder sich sicher fühlen, können sie angstfrei einschlafen. Darum sollten wir uns gerade bei dieser Art der Schlafstörung klar und eindeutig verhalten. Indem wir ihre Ängste ernstnehmen und gelassen damit umgehen, finden sie die Sicherheit, die sie für gesunden Schlaf brauchen.
In extremen Fällen sollten Sie einen erfahrenen Kinderarzt befragen oder sich fachlichen Rat bei einer Erziehungsberatungsstelle holen. Dort erfahren Sie, wie Kinder lernen können angstfrei und entspannt einzuschlafen.
Bei über sechs Jahre alten Kindern bietet es sich an, mit ihrem Kind gemeinsam ein Entspannungsverfahren erlernen, das bei vielen Volkshochschulen angeboten wird. Gut geeignet sind das Autogene Training und die Progressive Muskelentspannung nach Jakobsen.
Durchschlafprobleme:Wenn Kinder nachts wach werden

Als sehr beunruhigend erleben manche Eltern bestimmte Durchschlafprobleme, die in der Tat beängstigend sein können. Glücklicherweise sind sie im Allgemeinen recht harmlos und gehen nach einer gewissen Zeit wieder vorbei. Damit Sie sich selbst ein Bild davon machen können, möchte ich sie hier kurz beschrieben.
Kinderärzte und Therapeuten sprechen von folgenden vier Arten von episodischen Durchschlafproblemen, die bei allen Kindern gelegentlich auftreten können:
    •    Schlafwandeln
    •    Angstattacken
    •    Alpträume
    •    Bettnässen

Schlafwandeln: Nächtliche Spaziergänge
Manche Kinder neigen dazu, mitten in der Nacht aus ihrem Bett aufzustehen und scheinbar ziellos im Haus herumzuirren. Obwohl sie sich im Schlafzustand befinden, tun sie durchaus logische und folgerichtige Dinge. So ist es nicht ungewöhnlich, dass sie sich vor einem nächtlichen Spaziergang einen Mantel oder sogar Schuhe anziehen und die elterliche Wohnung oder das Haus verlassen.
Es hat wenig Sinn, sie am nächsten Morgen auf ihre gefährlichen Wanderungen aufmerksam zu machen oder sie vor dem nächsten Spaziergang warnen zu wollen. Sie erinnern sich an nichts und sind in diesem Zustand auch nur schwer aufzuwecken. Im allgemeinen genügt es, sie sanft an die Hand zu nehmen und mit beruhigenden Worten zu ihrem Bett zurückzubegleiten.
Wenn Ihr Kind zu solchen Ausflügen neigt, treffen Sie entsprechende Vorkehrungen. Sichern Sie die Fenster und schließen die Haustür ab. Manchmal kann es sinnvoll sein, an geeigneter Stelle ein Glöckchen anzubringen, das Sie auf einen bevorstehenden Spaziergang aufmerksam macht.
Machen Sie vor allem aber nicht zu großes Aufheben um die nächtlichen Wanderungen, zumal das Kind sich am nächsten Morgen an nichts erinnern kann. Wenn wir das Kind zu sehr bedrängen, könnte es meinen, dass mit ihm etwas nicht in Ordnung ist und sich unnötig ängstigen. Im übrigen gilt das für alle Formen von kindlichen Schlafstörungen.
Schrecken in der Nacht: Angstattacken
Nächtliche Angstattacken zählen zu den beunruhigendsten Schlafstörungen überhaupt. Um es gleich vorweg zu sagen: Sie haben nichts, aber auch gar nichts mit “falscher Erziehung” zu tun, sondern sind verhältnismäßig harmlose und vorübergehende Ereignisse.
Eine solche Angstattacke, auch “Nachtschreck” oder “Pavor nocturnus” genannt, kündigt sich durch einen markerschütternden Schrei des Kindes an. Wenn die Eltern in höchster Panik an das kindliche Bett stürzen, finden sie dort ein zutiefst erschreckt und verängstigt wirkendes Kind vor, das mit leerem Blick und manchmal schwitzend unverständliche Worte stammelt. Manchmal schlägt oder tritt es um sich und scheint vor irgend etwas weglaufen zu wollen.
Auch wenn es so scheint: das Kind ist nicht wach und lässt sich auch nur schwer aufwecken. Versuchen Sie es auch gar nicht, weil es Ihrem Kind nicht hilft. Es mag sich herzlos anhören, aber es hat nur wenig Sinn, das Kind beruhigen zu wollen. Es wird sich gegen körperlichen Kontakt sogar wehren. Das einzige, was Sie tun können, ist zu vermeiden, dass es sich selbst verletzt. Entfernen Sie spitze und gefährliche Gegenstände und legen Sie ein paar Kissen in das Bett, bis die Angstattacke vorbei ist.
Meistens hält ein Nachtschreck nur wenige Minuten an, manchmal jedoch bis zu einer halben Stunde. Doch selbst, wenn eine solche Attacke mehrmals in der Woche auftritt, ist sie kein Hinweis auf eine gefährliche Krankheit oder eine psychische Störung. Bei Schulkindern können sie in seltenen Fällen im Zusammenhang mit seelischen Konflikten auftreten. Sollten die nächtlichen Angstattacken im sechsten oder siebten Lebensjahr noch auftreten, suchen Sie den Rat eines erfahrenen Kinderarztes. Meistens lassen sie sich mit einem leichten Beruhigungsmittel behandeln.
Nächtliche Alpträume
Im Gegensatz zum Schlafwandeln und zu Angstattacken haben nächtliche Ängste und Alpträume unmittelbar mit vorangegangenen Konflikten und Belastungen zu tun. Sie treten in den Phasen des leichtesten Schlafes auf. Bereits bei Kindern ab etwa zwei Jahren können Alpträume auftreten, häufiger sind sie jedoch im Alter zwischen drei und vier Jahren. Fast alle Kinder haben gelegentlich Alpträume.
In der Regel sind sie kein Grund zur Beunruhigung. Häufig werden sie von einem aufregenden Erlebnis oder durch einen spannenden Fernsehfilm am Abend ausgelöst. Ein beruhigendes Ritual am Abend und ein sanfter Ausklang des Tages tragen dazu bei, dass Ihr Kind einen entspannten Schlaf findet.
Wenn Ihr Kind unter Alpträumen leidet, hat es wenig Sinn, an die Vernunft zu appellieren. Das Kind ist seinen Gefühlen ausgeliefert und ist in der Nacht auf der Verstandesebene nicht ansprechbar. Reden Sie am nächsten Tag in Ruhe mit ihm und versuchen Sie nicht, ihm seine Angst ausreden zu wollen. Es würde nicht gelingen. Am besten helfen beruhigende Worte und abendliche Rituale, die den Kindern Vertrauen und Sicherheit geben. Die Ruhe, die Sie selber dabei ausstrahlen, wird sich letztlich auf Ihr Kind übertragen.

Bettnässen

Eigentlich ist das nächtliche Einnässen keine Schlafstörung. Trotzdem kann der Schlaf durch diese verhältnismäßig harmlose Beeinträchtigung erheblich gestört werden. Gleichwohl steckt nicht hinter jeder nächtlichen Überschwemmung gleich ein tiefer seelischer Konflikt. Zu einem wirklichen Familien-Konflikt kann das Bettnässen allerdings ausufern, wenn wir die Geduld verlieren, dem Kind Vorwürfe machen oder es gar bestrafen.
Denn Kinder können nichts dafür, wenn sie in der Nacht nicht wach werden, obwohl die Blase prall gefüllt ist. Das Einnässen findet regelmäßig während des ersten Drittels der Nacht statt, also in der Zeit, wo die Kinder am tiefsten schlafen. In diesem Zustand nehmen sie nicht wahr, dass es Zeit, ist zur Toilette zu gehen.
Ein einfacher, aber hilfreicher Kunstgriff kann dazu beitragen, dass die Familienkatastrophe ausbleibt. Reden Sie mit ihrem Kind wie mit einem Freund und erklären ihm etwa folgendes: “Es ist etwas unangenehm, wenn ich morgens dein Bett neu beziehen muss. Auf der anderen Seite ist es so schlimm aber auch nicht. Ich möchte dir dabei helfen, dass du morgens in einem trockenen und warmen Bett aufwachen kannst. Darum möchte ich eine Zeit lang die Verantwortung für deine Blase übernehmen. Du wirst sehen, nach kurzer Zeit ist alles wieder in Ordnung.”
Und dann machen Sie nichts anderes, als das Kind zu später Stunde, etwa gegen 22 bis 23 Uhr zu wecken und es im Dämmerzustand zur Toilette zu begleiten. Wenn Sie diesen Vorgang ein bis zwei Wochen wiederholen, gewöhnt sich das Kind an den Rhythmus und geht nachts von alleine zur Toilette.
Wenn Sie dann noch etwas darauf achten, dass Ihr Kind am Abend nicht zu viel trinkt
und es vor dem Zubettgehen noch einmal zur Toilette geht, wird sich das Problem in den meisten Fällen erledigen.
Wenn Sie die Sorge haben, dass das nächtliche Einnässen organische Ursachen hat oder auf schwere seelische Nöte zurückgeht, suchen Sie einen erfahrenen Kinderarzt auf. Dieser wird Ihr Kind körperlich untersuchen und Ihnen, falls erforderlich, eine gute therapeutische Praxis oder Beratungsstelle empfehlen können.
Soweit ein kleiner Überblick über einige der häufigsten Schlafstörungen. Bei allen Arten von Schlafstörungen gilt es Gelassenheit zu zeigen und die Ruhe zu bewahren. Und denken Sie bitte daran: Die wenigsten Kinder wollen uns ärgern oder unsere Belastbarkeit testen, wenn sie nicht einschlafen können.
Es fehlt hier der Raum, um auf spezielle Trainingsprogramme einzugehen. Wenn die Schlafstörungen Ihres Kindes etwas hartnäckiger sind, empfehle ich die recht wirksame Ferber-Methode, die ich in einem anderen Beitrag ausführlich beschrieben habe.

Autor
Paul Suer, Magister-Examen, Pädagoge, Soziologe und Familientherapeut, beruflich im Bereich Rehabilitation von Suchtkranken, verheiratet, drei Kinder, zwei Hunde, zwei Meerschweinchen. Seine Veröffentlichungen:
    •    So schlafen alle Kinder besser / Südwest Verlag 1998
    •    Wenn Kinder Angst haben / Südwest Verlag 1998
    •    Sexuelle Gewalt gegen Kinder / Rasch und Röhring Verlag 1998
    •    Talentsignale erkennen – Begabungen fördern / Südwest Verlag 1999
    •    Als Co-Autor: Unser Baby ist da / Südwest Verlag 1999
    •    Jedes Kind ist ein Genie – Selbstbewusstsein stärken und Wissen fördern / Moewig Verlag
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